Tischtennis: TTR Rechner – so berechnen sich die TTR!

TTR + Rechner

 

Im Jahre 2010 wurde die Tischtenniswebsite ‚ÄěmyTischtennis‚Äú sowie der bis heute best√§ndige TTR-Wert ins Leben berufen. Dieser hat den alten Bilanzwert auf ‚Äěclick-tt‚Äú abgel√∂st und dient u.a. als Grundlage f√ľr Mannschaftsaufstellungen und soll die Spielst√§rke eines Spielers vergleichbar wiederspiegeln. Nach anf√§nglicher Skepsis ist der TTR heute ‚Äď zumindest gr√∂√ütenteils – anerkannt und akzeptiert.
Eingesehen kann der aktuelle TTR-Wert nur mit einem myTischtennis Premium Account, welcher nach drei kostenlosen Monaten 12‚ā¨ pro Jahr kostet. Die QTTR-Werte hingegen sind frei einsehbar. Sie sind eine Art Stichprobe, die jedes Quartal, n√§mlich am 11. Februar, 11. Mai, 11. August und am 11. Dezember, genommen wird.
Anhand des QTTR werden Vorgaben f√ľr die Mannschaftsaufstellungen wirksam. Die Toleranzgrenzen f√ľr die Einteilung der Ranglistenpositionen belaufen sich seit der Spielsaison 2013/2014 auf 35 Punkte innerhalb einer Mannschaft und auf 50 Punkte zwischen zwei Mannschaften.

 

Beispiel 1: Die Nummer 6 und die Nummer 7 eines Vereins haben 1580 und 1540 QTTR-Punkte. Nun soll die Mannschaftsaufstellungen festgelegt werden. Um die zweite Mannschaft zu st√§rken m√∂chte der Verein den besseren Spieler (1580) in der zweiten Mannschaft aufstellen. Es geht also um zwei Mannschaften, die Differenz darf demnach maximal 50 Punkte betragen. Da 1580 ‚Äď 1540 = 40 kann der bessere Spieler in der zweiten Mannschaft auflaufen.

 

Beispiel 2: Entgegen der Planung wechselt der beste Spieler des Vereins, unsere Spieler aus Beispiel 1 sind nun in der vereinsinternen Rangliste auf Platz 5 und 6 hochgerutscht. Weiterhin m√∂chte der Verein die zweite Mannschaft verst√§rken. Der nun siebtbeste Spieler des Vereins hat einen QTTR von 1479. Damit hat er 101 Punkte weniger als 1580 und 61 Punkte weniger als 1540. Somit ist die Grenze von 50 √ľberschritten und keiner der anderen beiden Spieler darf hinter ihm spielen. Also m√ľssen Spieler 5 & 6 in der ersten Mannschaft spielen und k√∂nnen das zweite Team nicht verst√§rken.

 

Beispiel 3: Aus einem beliebigen Grund m√∂chte Spieler 6 vor Spieler 5 spielen, sprich an Position 5 der ersten Mannschaft. M√∂gliche Gr√ľnde k√∂nnen aus pers√∂nlichem oder mannschaftlichem Interesse (andere Doppelpaarungen m√∂glich, ein Spieler kann in einem Paarkreuz besonders gut/schlecht spielen) resultieren. Es handelt sich dementsprechend um die Aufstellung innerhalb einer Mannschaft, wodurch die Toleranzgrenze bei 35 Punkten liegt. Die aus Beispiel 1 bekannten 40 Punkte Differenz erlauben jedoch den ‚ÄěPlatztausch‚Äú nicht.

 

Beispiel 4: Gleiche Situation wie in Beispiel 3, nur dass Spieler 6 hier 1560 statt 1540 Punkte hat. Damit beträgt die QTTR-Differenz nur (1580 Р1560 = ) 20 Punkte und Spieler 6 könnte vor Spieler 5 aufgestellt werden.

 

Doch wie berechnet sich der TTR Wert?

 

Zuerst bekommt jeder Spieler gemäß seines ersten offiziellen Punktspiels / Turniers einen TTR Wert zugewiesen, der in etwa dem durchschnittlichen Niveau des Turniers / des Paarkreuzes innerhalb der Liga entspricht. Danach kann der Spieler durch gewonnene Spiele Punkte sammeln bzw. bekommt bei Niederlagen welche abgezogen. Wie viele Punkte er dabei gewinnt/verliert hängt vom Unterschied des eigenen TTR zu dem des Gegners ab.
Wer mehr Punkte hat als der Gegner, kann verhältnismäßig wenig Punkte gewinnen und viele verlieren.
Wer weniger Punkte hat als der Gegner, kann verhältnismäßig viele Punkte gewinnen und wenig verlieren.
Je gr√∂√üer die Differenz, desto st√§rker der Effekt. Wer mindestens 200 Punkte mehr hat als der Gegner kann beispielsweise keine Punkte f√ľr einen Sieg ergattern, bekommt aber bei einer Niederlage die maximal m√∂glichen Punkte abgezogen (dazu gleich noch mehr beim Thema √Ąnderungskonstante). Gleiches gilt auch andersherum. Wer also mindestens 200 Punkte weniger hat als der Gegner kann keine Punkte f√ľr eine Niederlage verlieren, bekommt aber bei einem Sieg die maximal m√∂glichen Punkte gutgeschrieben.
Bei gleichem TTR beider Gegner kann genau die H√§lfte der maximalen Punkteausbeute gewonnen sowie verloren werden. Bei 100 Punkten mehr als der Gegner k√∂nnen ¬ľ der √Ąnderungskonstante gewonnen sowie ¬ĺ verloren werden.
Zusätzlich werden bei längerer Inaktivität TTR-Punkte abgezogen. Beispielsweise bei einem Jahr ohne Spiel 40 Punkte.

 

√Ąnderungskonstante:

 

Um das ganze verst√§ndlicher zu machen erkl√§ren wir den Faktor √Ąnderungskonstante, welche durch das Alter, die Erfahrung sowie die Aktivit√§t des Spielers beeinflusst wird.
Jeder Spieler hat mindestens eine √Ąnderungskonstante von 16. Durch folgende Umst√§nde kann sich diese erh√∂hen
+4
bei Spielern unter 21 Jahren
+4
bei Spielern unter 16 Jahren (zusätzlich zu den +4 durch unter 21 Jahre)
+4
wenn weniger als 30 Einzel bisher angerechnet wurden
+4
f√ľr die n√§chsten 15 Einzel, wenn ein Jahr lang nicht am Spielbetrieb teilgenommen wurde.

 

Die √Ąnderungskonstante gibt an, wie viele Punkte ein Spieler pro Einzel maximal gewinnen/verlieren kann.
Ein F√ľnfzehnj√§hriger, der bereits 200 Einzel in seiner Laufbahn gespielt hat und innerhalb des letzten Jahres aktiv war hat also eine √Ąnderungskonstante von 16+4+4=24.
Des Weiteren bekommt ein Spieler f√ľr eine Veranstaltung, also ein Turnier oder ein Punktspiel, als Nachwuchsausgleich 2 Punkte mehr zugeschrieben bzw. weniger abgezogen, wenn er selbst und mindestens einer seiner Gegner 18 Jahre oder j√ľnger ist. Dies basiert auf der Annahme, dass sich Jugendspieler schneller entwickeln und teilweise schon ein etwas h√∂heres Spielniveau haben als ihr TTR angibt.

 

Beispiele:

 

Wir nehmen an, unser Spieler hat einen TTR von 1400 und eine √Ąnderungskonstante von 24. Wenden wir das jetzt auf ein reales Spiel an kann das wie folgt Aussehen:
1) Spiel gegen Spieler mit 1637 gewonnen: Über 200 Punkte weniger à maximaler Punktegewinn à +24 Punkte
2) Spiel gegen Spieler mit 1108 verloren: Über 200 Punkte mehr à maximaler Punkteverlust à -24 Punkte
3) Spiel gegen Spieler mit 1400 gewonnen: Gleicher TTR¬†√†¬†halbe √ĄK als Punktegewinn¬†√†¬†+2/24= +12 Punkte
4) Spiel gegen Spieler mit 1400 verloren: Gleicher TTR¬†√†¬†halbe √ĄK als Punkteverlust¬†√†¬†-2/24= -12 Punkte
5) Spiel gegen Spieler mit 1500 verloren: 100 Punkte weniger¬†√†¬†¬ľ der √ĄK als Punkteverlust¬†√†¬†-1/4*24= -6 Punkte
6) Spiel gegen Spieler mit 1500 gewonnen: 100 Punkte weniger¬†√†¬†¬ĺ der √ĄK als Punktegewinn¬†√†¬†+3/4*24= +18 Punkte
7) Spiel gegen Spieler mit 1500 gewonnen, Spieler selbst und der Gegner sind 18 oder j√ľnger: 100 Punkte weniger¬†√†¬†¬ĺ der √ĄK als Punktegewinn¬†√†¬†+3/4*24(+2) = +18 (+2) = 20 Punkte

 

So kann die ungefähre Punkteveränderung im Kopf berechnet werden. Bei krummen Zahlen, beispielsweise einer Differenz von 127 Punkten, lässt sich die Veränderung durch das Wissen abschätzen. Schauen wir uns Situation 6 an. Nun hat der Gegner nicht 1500, sondern 1527 und damit 127 Punkte mehr als unser Spieler. Bei 100 Punkten gab es +18, bei 200 gäbe es die Maximalausbeute von +24. Zum einen lässt sich daraus schließen, dass es bei 150, der Mitte aus 100 und 200, +21 Punkte gäbe (die Mitte aus 18 und 24). Somit wird der Zuwachs bei 127 irgendwo zwischen 18 und 21 Punkten liegen. Demnach können wir von 19 oder 20 Punkten ausgehen.

 

Falls euch das zu kompliziert ist nehmt die +18 bei einer Differenz von 100 und packt ein paar Punkte drauf.
F√ľr alle, die es ganz genau wissen wollen, gibt es eine Rechenformel. Zun√§chst rechnet ihr die Gewinnerwartung Pa (links) aus. Danach setzt ihr diese bei Sieg oder Niederlage entsprechend ein. K steht dabei f√ľr die √Ąnderungskonstante.
Spielt ein Spieler mehrere Einzel bei einem Punktspiel/Turnier werden die Punktezuwächse/-verluste addiert.
Beispiel:
Spiel 1: +10
Spiel 2: + 8
Spiel 3: -3
10+8-3= 15, also bekommt der Spieler +15 Punkte f√ľr die Verantsaltung.

 

Wer sich die ganze Kopfrechnerei sparen m√∂chte kann sich mit TTR-Rechnern helfen. Das sind Programme, welche die Ver√§nderungen ausrechnen. Dazu m√ľssen nur der eigene TTR, die Faktoren f√ľr die √Ąnderungskonstante sowie die TTR-Werte der Gegner und die Siege angegeben werden.
Als App ist u.a. der Rechner von ‚ÄěMatzeMedia‚Äú zu empfehlen.
Auch im Internet Browser stehen Rechner zur Verf√ľgung. Beispielsweise aufhttps://tischtennistools.de/calculator¬†oder¬†https://www.tt-spin.de/¬†.

 

Jetzt habt ihr das System rund um den TTR Wert verstanden. Viel Spaß beim rechnen, diskutieren und Punkte gewinnen.

 

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Ein Kommentar zu “Tischtennis: TTR Rechner – so berechnen sich die TTR!”

  1. Alles wichtige rund um den TTR ist gut zusammengefasst.

    Ich habe allerdings noch eine kleine Erg√§nzung bzw. ein Problem bez√ľglich des TTRs:
    In einigen seltenen Fällen kann es vorkommen, dass bei einem Spieler nach seinem ersten Turnier keinen TTR-Einstufung erfolgen kann.
    N√§mlich “wenn ein Spieler bei seinem ersten Turnier nicht gegen mindestens zwei Spieler spielt, die schon einen TTR-Wert haben oder bei diesem Turnier initialisiert werden k√∂nnen, wird keine dynamische Turnier-Initialisierung f√ľr diesen Spieler vorgenommen, weil dann keine Basis f√ľr eine sinnvolle Einstufung gegeben ist. Alle Einzel dieses Spielers bei diesem Turnier k√∂nnen dann bei der Ranglistenberechnung nicht verwendet werden, und zwar auch nicht f√ľr seine Gegner. In solchen F√§llen wird von einem ‚ÄěBerechnungsproblem‚Äú gesprochen, und die betroffenen Einzel werden gesondert gespeichert.”

    Diese Info stammt von MyTischtenis: “Beschreibung der JOOLA-Rangliste – Stand: 15.12.2015”

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